Die Maya: Geschichte

Die Geschichte der Maya: Zwischen Mysterium und Wissen – eine Einführung

Die Maya waren hervorragende Mathematiker, Architekten, Astronomen, Doktoren und sehr religiöse Leute. Ihr tägliches Leben war durchzogen von Ritualen und Zeremonien. Heimisch in Mesoamerika (griechisch für Mittelamerika), beeinflussten sie andere Kulturen in dieser Gegend und wurden beeinflusst. Berühmt durch großartige Bauten, ihr Wissen weit voraus anderer Völker, bleiben sie doch ein Mysterium. Ein Großteil ihrer Kultur ging verloren, verschuldet durch den Einmarsch der Spanier in Mexiko und später in Mittelamerika.

In diesem Beitrag geben wir eine Einführung in die Geschichte der Maya, wie sie heute von den Reiseleitern und Tourguides in Mexiko wiedergegeben wird. Wir greifen verschiedene Aspekte auf wie Religion, Wissen, Kultur, tägliches Leben, Gesellschaftsformen sowie Schönheitsideale und Ihr Ausbreitungsgebiet. Es ist eine Einführung in die Geschichte der Maya und wir werden in weiteren, vertiefenden Artikeln nach und nach die einzelnen Aspekte erläutern. In der Hoffnung, Lust auf das Reiseland Mexiko und die Maya-Regionen an der Riviera Maya und der Yucatan Halbinsel zu machen, freuen wir uns auf das Feedback unserer Leser.

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Erfahren Sie mehr über die berühmte Pyramide des Kukulkan in Chichen Itza: Chichen Itza: Reiseführer in die Welt der Maya

In diesem Beitrag geht es um:

  • Woher kommen die Maya?

  • Das Maya-Land

  • Das Universum der Maya und der Lebensbaum

  • Die Religion der Maya

  • Die soziale Organisation der Maya Gesellschaft

  • Schriften der Maya

  • Cenoten und Höhlen

  • Keramik der Maya

  • Die Kleidung der Maya

  • Schönheitsideale

  • Die Mathematik der Maya

  • Der Maya Kalender

Woher kommen die Maya?

Die Geschichte der Maya: Bering Strait

Maya Geschichte: Woher kommen die Menschen auf dem amerikanischen Kontinent

Wie wurde der amerikanische Kontinent besiedelt?

Die am meisten akzeptierte Theorie besagt, dass die ersten Menschen vor ca. 12.000 Jahren über die sogenannte Bering-Straße von Asien nach Amerika gekommen sind. Als zum Ende der letzten Eiszeit die Eismassen abnahmen, war die Meerenge zwischen Sibirien und Alaska wahrscheinlich zu Fuß passierbar. Diese Menschen nennt man Paleo-Indianer. Sie folgten Mammut- oder Bisonherden und kamen so vermutlich wegen der Tiere von Russland nach Alaska. Dort breiteten sie sich langsam über den amerikanischen Kontinent. Bereits 9.000 vor Christus war die Maya Region von Chiapas, Belize, Guatemala und der Yucatan Halbinsel von Jägern und Sammlern bewohnt.

Vermutlich kamen die ersten Menschen über die Bering-Straße von Alaska nach Amerika.

Was ist Mesoamerika?

Geschichte der Maya: Kulturelle Homogenität in Mesoamerika, Quelle

Wenn man in der Wissenschaft von den Maya spricht, haben die Maya Mesoamerika besiedelt. Mesoamerika ist das griechische Wort für Mittelamerika. Der deutsche Anthropologe und Historiker Paul Kirchhoff hat es 1943 eingeführt, um damit die Völker in Mexiko und Mittelamerika zu beschreiben, die eine relativ einheitliche Kultur haben. Zu den ähnlichen kulturellen Merkmalen zählen:

  • Anbau von Mais
  • Religion mit vielen Göttern
  • Das beliebte Ballspiel
  • Wichtigkeit des Jaguars
  • Intelektuelle Entwicklung: Schreiben, Astronomie, Mathematik, Architektur und Kalender
  • Handel, Austausch von Gütern
  • Menschenopfer

In Mesoamerica waren aber nicht nur die Maya zu Hause. Andere wichtige Kulturen wie die Olmeken, Zapoteken, Azteken sind ebenfalls in dieser Region zu finden. Sie haben sich gegenseitig beeinflusst, Handel betrieben und ihre kulturellen Elemente wie die Religion weiterentwickelt.

Mesoamerika steht für die Kulturen in Mittelamerika, die ähnliche Elemente in Ackerbau, Religion und Lebensweise haben.

Wann begann die Maya Zivilisation?

Maya Geschichte: Die Zivilisationen in Mesoamerika begannen schon ca. 2500 v.Chr.

Die Entwicklung in Mesoamerika zog sich über einen langen Zeitraum. Um die verschiedenen Entwicklungsstadien zu beschreiben, verwenden Wissenschaftler die Begriffe Pre-Klassik (ca. 2500 v.Chr. – 200 n.Chr.), Klassik (200 – 900 n.Chr.) und Post-Klassik (900 – 1521 n.Chr.). Die Maya-Zivilisation begann in der Präklassik, ihr Boom war in der Klassikzeit und der Niedergang der Maya-Kultur passierte in der Post-Klassik. Die Geschichte Mesoamerikas endet mit der Ankunft der Spanier.

Schon ca. 2.500 vor Christus entwickelte sich die älteste Kultur Mittelamerikas, die Olmeken. Sie sind bekannt für die riesigen runden Köpfe aus Stein. Die Olmeken bevölkerten das mexikanische Bundesland Tabasco am Golf von Mexiko und legten den Grundstein für die weitere Entwicklung von Mesoamerika.

Die Olmeken in Mesoamerika: Geschichte der Maya

Die Kultur der Olmeken ist bekannt für ihre riesigen Steinköpfe

Die Entstehung der Maya-Kultur begann im heutigen Guatemala. Damals noch Nomaden, entdeckten die Früh-Maya um 1.200 vor Christus den Mais und den Ackerbau. Sie gründeten kleine Dorf-Gemeinschaften und begannen, Keramik zu benutzen. Die ältesten Maya Stätten in Guatemala und Belize entstanden bereits 1.000 vor Christus mit El Mirador, Nakbe und Cerros.

Die Geschichte der Maya begann bereits um 1200 vor Christus mit dem Anbau von Mais und Bohnen.

Wie entwickelte sich die Maya-Zivilisation in der Zeit der Klassik?
Maya Geschichte: Regengott Chaac

Die Geschichte der Maya: Große religiöse Zentren festigten ihre Macht

Zwischen 200 und 800 nach Christus spricht man von der Boom-Zeit der Maya Geschichte. Über 600 Jahre lang festigten sie ihre Macht. Es entstanden enorme zeremonielle Zentren und sie entwickelten ihre Wissenschaften. Wichtig ist, dass die Maya nicht einen Herrscher hatten. Vielmehr konkurrierten die Stadtstaaten untereinander und führten teils brutale Kriege. So kam es denn auch um 800 nach Christus, dass wichtige Maya-Zentren in Guatemala, Belize, Honduras und El Salvador verlassen wurden. Warum, das ist wissenschaftlich nicht einwandfrei geklärt. Es mag eine große Dürre gegeben haben. Möglich ist aber auch, dass die vielen Kriege einzelne Zentren stark geschwächt haben.

Der Boom der Maya war zwischen 200 und 800 nach Christus, große Zentren entstanden und ihr Wissen wurde weiterentwickelt

Was passierte nach der Zeit der Klassik mit den Maya?

Das Zentrum der Maya-Welt verschob sich gegen 800 nach Christus auf die Yucatan Halbinsel. Hier gab es durch die Cenoten ausreichend Wasser, welches große Städte versorgen konnte. In der Spät-Klassik entstanden auf der Yucatan Halbinsel große Maya-Städte wie Chizen Itza, Uxmal und später Mayapan. Das Zeitalter war geprägt von Wettbewerb untereinander sowie der Entstehung und dem Niedergang großer Zentren. Als Chichen Itza von den Tolteken eingenommen wurde, entstand als letzte große Macht die Liga von Mayapan, die bis 1441 andauerte. Geschwächt von Kriegen und Konflikten war dann nur noch wenig von der einstigen Macht übrig.

Als die Spanier 1511 nach Mexiko kamen, hatten sie keine geballte Macht der Maya gegen sich, sondern vielmehr einzelne Stämme, die für sich waren. Der große Gegner der Spanier wartete daher erst später mit den Azteken, die vereint in einem starken Heer unter einem Herrscher (Moctezuma) kämpften und am Ende verloren. Somit endete auch die Geschichte Mesoamerikas.

In der Spätklassik verschob sich das Zentrum der Maya Welt auf die Yucatan Halbinsel.

Das Maya-Land

Die Geschichte der Maya: Maya-Land

Maya Geschichte: Karte Maya Gebiet und archäologische Stätten

Die Maya bewohnten im Laufe ihrermehr als zweitausend-jährigen Geschichte eine Fläche, die heute über fünf Länder verteilt liegt. Von der Maya-Sprache, die heute noch erhalten ist, existieren 32 unterschiedliche Dialekte. Diese sind teils so unterschiedlich, dass sie sich untereinander nicht verstehen können.

Das Maya-Land erstreckt sich in Mexiko über fünf Bundesländer: Chiapas, Quintana Roo, Campeche, Tabasco und Yucatan. Guatemala, Belize, El Salvador und Honduras sind ebenfalls Maya-Land. Über das gesamte Gebiet verteilt gibt es eindrucksvolle Maya-Ruinen, die besichtigt werden können.

Das Maya Gebiet umfasst fünf Länder: Mexiko, Belize, Guatemala, Hinduras und El Salvador.

Das Universum der Maya und der Lebensbaum

Maya Geschichte: Der Maya Lebensbaum

Geschichte der Maya: Der Lebensbaum El Ceiba, Quelle INAH

Das Maya-Universum wurde repräsentiert durch einen riesigen La Ceiba Baum (Baumwollbaum). Die Äste stützten die Welt über uns mit ihren insgesamt dreizehn Ebenen. Wurzeln reichten in die Unterwelt mit ihren neun Ebenen und verbanden so die drei Welten der Maya miteinander:

  • Welt über uns (Kaan)
  • Unsere Welt auf der Erde (Kaab)
  • Unterwelt (Xibalba)

Der Maya Lebensbaum El Ceiba verbindet die drei Welten miteinander.

Die Religion der Maya

Maya Geschichte: Die Religion der Maya

Maya Geschichte: Opferungen in der Religion der Maya

Die Maya waren sehr religiös. Gottheiten repräsentierten natürliche Kräfte, die über die Zukunft der Menschen und der Welt entscheiden konnten. Ob nun die Sonne, der Mond, das Universum, der Wind, der Regen, die Fruchtbarkeit, der Mais oder der Krieg, die Maya hatten große Ehrfurcht vor dem Zorn der Götter. Man kann sich ungefähr vorstellen, was es damals bedeutete, wenn es wochenlang nicht regnete, ein Kind schwer krank wurde oder gar eine Sonnenfinsternis eintrat.

Wer waren die Götter der Maya?

Die Maya hatten eine Vielzahl von Göttern und göttlichen Gehilfen. Im berühmten Buch der Maya, dem Dresdener Kodex (wird später noch erklärt) finden sich einige Maya-Götter, sogar mit Abbildungen. Andere Götter sind im Popul Vuh beschrieben, der Maya-Bibel, welche die Entstehung der Welt erklärt. Maya Götter hatten verschiedene Kräfte der Natur und bestimmte Merkmale, diese konnten sowohl gut als auch böse, jung oder alt sein. Manche Götter überschneiden sich mit Attributen anderer Götter, was die Unterscheidung zusätzlich erschwert. Oftmals hatten Götter auch unterschiedliche Ausprägungen, ja nachdem, mit welcher Himmelsrichtung sie assoziiert werden. Hier ein stark vereinfachter Überblick über die wichtigsten Götter der Maya:

Izamna Götter der Maya: Geschichte
Izamna – Gott des Universums, Gott der Götter

Kommt überwiegend in den karibischen Küstenregionen der Yucatan Halbinsel vor. Er ist der Herrscher des Universums und hat nach dem Glauben der Maya die Erde erschaffen. Das Maya-Städtchen Izamal wurde wohl nach ihm benannt

Kinich Ahau Götter der Maya: Geschichte
Kinich Ahau – Gott der Sonne, herabsteigender Gott

Dieser Gott wird teilweise mit Izamna vermischt, eine Unterscheidung der beiden Gottheiten ist schwierig. Kinich Ahau wanderte tagsüber als Sonne über den Himmel und nachts stieg er als Balam (Jaguar) in die Unterwelt hinab.

Ix Chel Götter der Maya: Geschichte
Ix Chel – Gottin des Mondes und der Fruchtbarkeit

Ix Chel bedeutet blasse Frau und sie ist die Göttin des Mondes, der Weberei und der Fruchtbarkeit. Sie ist die Mutter der Götter und Ehefrau von Izamna (oder Kinich Ahau). In den Darstellungen ist sie manchmal als junge Frau und manchmal als alte Göttin zu sehen. Sie hat laut Popul Vuh die Erde geflutet, als die Götter nicht zufrieden waren mit ihrer Kreation der Menschen aus Holz.

Chaac Götter der Maya: Geschichte
Chaac – Gott des Regens

Der Gott des Regens Chaac wird oft mit einer übergroßen, rüsselartigen Nase dargestellt. Von ihm kommt wohl auch das Schönheitsideal der großen Nasen, welche die Maya mit Schädelverformungen bei Neugeborenen erreichen wollten.

Chaac ist für Regen und Blitz verantwortlich und wohnt nach dem Glauben der Maya in den Cenoten bzw. im Wasser. Er ist einer der mächtigsten Götter überhaupt.

Kukulkan Götter der Maya: Geschichte
Kukulkan – Gott der gefederten Schlange

Kukulkan ist einer der mächtigsten Götter der Maya. Er ist der Hauptgott von Chichen Itza, ihm wurde die Pyramide gewidmet. In den Darstellungen hat dieser Gott die Form einer Schlange mit Federn.  

Die Maya in Chichen Itza glaubten, dass Kukulkan regelmäßig auf die Erde kommt. Deshalb windet sich in einem Spiel aus Licht und Schatten eine Schlange zwei Mal im Jahr die Pyramide in Chichen Itza herunter. In Tulum wird dem Kukulkan auch die Kraft des Windes zugeschrieben.

Yum Kaax Götter der Maya: Geschichte
Yum Kaax - Gott der wilden Pflanzen und Tiere

Oft als Maisgott mißverstanden, ist Yum Kaax der Gott der wilden Pflanzen und Tiere. Er ist besonders wichtig für Jäger. Bevor Maya tief in die Wildnis eindrangen, musste er um Erlaubnis gebeten werden. Als Sohn von Izamna und Ix Chel war er ein recht junger Gott.  

Ah Puch Götter der Maya: Geschichte
Ah Puch – Gott der Unterwelt

Ah Puh ist der Gott er Unterwelt (Xibalba) und herrscht über die Toten. Er wird oft als Skelett mit Krokodilhaut dargestellt und hatte verschiedene Namen in der Zeit der Maya.

Die Maya hatten eine Vielzahl von Göttern, die Kräfte aus der Natur repräsentierten.

Warum haben die Maya ihren Göttern geopfert?

Die Maya kannten eine Vielzahl von Göttern, es kamen stets neue hinzu, andere verloren im Laufe der Zeit an Bedeutung. Wenn nun Maya etwas von ihren Göttern wollten, dann mussten sie dafür auch etwas geben. Und je mehr sie gegeben haben, desto mehr bekamen sie von ihren Göttern zurück. Maya konnten also nicht einfach nur Beten, damit gute Dinge passieren. So leicht war es für sie leider nicht, Maya-Götter zogen ihre Kraft aus Opferungen.

Wenn die Maya etwas von ihren Göttern wollten, mussten sie dafür etwas geben.

Was haben die Maya ihren Göttern geopfert?
Die Geschichte der Maya: Opfergaben

Die Geschichte der Maya: Opfergaben

  • Opfergaben: Wertvolle Steine, Schmuck, Keramik, Tierknochen
  • Selbst-Opferungen: Schnittwunden, selbst hinzugefügt mit Obsidianmessern, Durchstoßen der Haut oder der Zunge mit Tier- oder Fischknochen, etc.
  • Menschenopfer: Die Opfer wurden in Cenoten geschmissen, das Herz herausgenommen oder enthauptet. Menschenopfer waren ein entscheidender Bestandteil der Religionen in Mesoamerika und wurden von allen Kulturen vollzogen. Es entstanden immer neue Arten der Opferungen, Ideen aus anderen Kulturen wurden übernommen.

Grundsätzlich gilt: Je höher der gesellschaftliche Status des Opfers, desto mehr war das Opfer wert. Daher führten die Völker Mesoamerikas oft Krieg, um an entsprechende Opfer zu gelangen. Jede Gottheit hatte bei den Opferungen ihre Besonderheiten. So hat man zum Beispiel in der Cenote bei Chichen Itza überwiegend Kinder gefunden. Der Regengott Chaac bringt den Regen über die Erde mit lauter kleinen Helferlein, die den Regen ausgießen (in etwa so wie die Weihnachtsengel dem Weihnachtsmann helfen). Deswegen bevorzugte diese Gottheit geopferte Kinder.

Der Einfallsreichtum der Maya und anderer Völker Mesoamerikas in Bezug auf Menschenopfer soll hier nicht bis ins Detail gezeigt werden. Weitere interessante Informationen hierzu gibt es zum Beispiel bei

Der Spiegel über Menschenopfen in Chichen Itza

Die Zeit über Menschenopfer bei den Azteken

Es gab Opfergaben, Selbstopferungen und Menschenopfer bei den antiken Maya.

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Welche Rolle spielten die Priester in der Welt der Maya?

Die Priester waren sehr mächtige Leute, die im Rang direkt nach dem Halach Uinich (Herrscher) kamen. Sie waren für die religiösen Aufgaben zuständig und führten Rituale im Namen der Götter durch. Sie konnten die Zukunft vorhersagen, Wunder vollbringen und Krankheiten verhindern. Priester waren jeweils einem Gott zugeordnet.

Priester hatten einen sehr hohen Stellenwert bei den Maya.

Glaubten die Maya an ein Leben nach dem Tod?

Die Maya glaubten an ein Leben nach dem Tod, in dem die Seele zunächst die neun Ebenen der Unterwelt durchlaufen musste. Danach kam die Seele in die dreizehn Ebenen der Welt über uns, bevor sie wiedergeboren wurde. Die dunklen Ebenen der Unterwelt konnten auslassen, wer sein Leben bei der Geburt eines Kindes, bei der Verteidigung im Krieg oder bei einer Opferung für die Götter gelassen hatte.

Das Leben wurde als Zyklus verstanden, die Zeit als kreisförmig und damit als unendlich.

Die Seele der Maya durchlief nach dem Tod einen bestimmten Zyklus.

Die soziale Organisation der Maya Gesellschaft

Geschichte der Maya: Gesellschaft

Geschichte der Maya: Ihre Hierarchie

Die Gesellschaft der Maya war stark hierarchisch aufgebaut. Die einzelnen Gesellschaftsschichten blieben unter sich, man vermischte sich nicht miteinander. Somit wurden zeremonielle Zentren nur von den Mächtigen der Maya Gesellschaft bewohnt, also Priester, Wissenschaftler, Händler. Die unteren Gesellschaftsschichten wohnten in Hütten außerhalb der Zentren und sorgten für die Verpflegung der Herrscher und Mächtigen.

Halach Uinich: Herrscher einer Maya-Stadt

Priester: Für religiöse Zeremonien zuständig

Krieger: Starke Männer und Kämpfer

Wissenschaftler, Künstler und Händler

Ackerbauern, Jäger und Sammler: Für die Versorgung zuständig, meist unter Aufsicht eines Priesters

Sklaven: Maya kannten das Konzet der Sklaven. Oft wurden auch Kriegsgefangene versklavt oder Kriege geführt, um Sklaven (und Menschenopfer) zu gewinnen.

Die Maya bauten Mais, Bohnen, Chillischoten, Tomaten und Kürbisse an. Baumwolle und Kakaobohnen dienten zum Handel für andere Güter.

Die Maya-Gesellschaft war stark hierarchisch organisiert.

Schriften der Maya

Geschichte der Maya: Dresdner Kodex, Quelle

Leider sind heutzutage nur noch wenige Schriften über die Maya erhalten. Die berühmtesten sind

  • Dresdner Kodek (in Maya Schrift)
  • Peresanius Kodex aus Paris (in Maya Schrift)
  • Tro-Cortesanius Kodex aus Madrid (in Maya Schrift)
  • Grollier Kodex Mexiko Stadt (in Maya Schrift)
  • Chilam Balam aus Yucatan (in lateinischer Schrift)
  • Popol Vuh (in lateinischer Schrift)

Die Maya hatten ihre eigene Schrift, mit ungefähr 700 Logogrammen und Silbentrennern. Die Schrift der Maya gilt als fast vollständig entziffert. Obwohl die Maya Papier aus Bamwurzeln gewinnen konnten und es einige Schriften gab, sind davon heute nur noch vier als authentisch eingestufte Schriften erhalten. Sie liegen in Museen in Dresden (Dresdner Nationalbibliothek), Paris, Madrid und Mexiko Stadt.

Es sind nur noch sehr wenige Schriften mit originalen Maya-Logogrammen vorhanden.

Warum gibt es nur noch so wenige Maya-Schriften?
Maya Geschichte: DIe Schrift der Maya

Maya Geschichte: Die Schrift der Maya

Viele Maya-Werke, Schriften und Götterabbildungen fielen der Vernichtung durch Diego de Landa, später der erste Bischof in Yucatan, während der Konquista zum Opfer. Diego de Landa hatte zum Ziel, die christliche Religion in Yucatan einzuführen. Auch wenn davon auszugehen ist, dass die Maya den christlichen Gott in die Reihe ihrer Gottheiten aufgenommen haben, konnten oder wollten nicht alle ihre eigenen, mächtigen Gottheiten von heute auf morgen verlassen. Zu groß war die Angst vor göttlichem Zorn, zu tief verwurzelt alte Traditionen.

Um „teuflische Gedanken“ auszutreiben, verbrannte Diego de Landa am 15. Juli 1562 sämtliche Maya-Werke aus brennbarem Material, die er in seine Hände bekam. Er rechtfertigte diese Tat mit den Worten: „Wir fanden bei ihnen eine große Zahl von Büchern mit diesen Buchstaben, und weil sie nichts enthielten, was von Aberglauben und den Täuschungen des Teufels frei wäre, verbrannten wir sie alle, was die Indios zutiefst bedauerten und beklagten.“

Später verfasste Diego de Landa seinen Bericht „Relación de las cosas de Yucatán“, heute eine der wichtigsten Quellen über das Leben der Maya.

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Die Süddeutsche Zeitung verfasste einen interessanten Artikel zu Diego de Landa: So wurde die rätselhafte Maya-Schrift entschlüsselt

Der Spanier Diego de Landa verbrannte alle brennbaren Maya-Werke in einer einzigen Nacht.

Haben die Maya eine Art Bibel?

Die Bibel der Maya: Popol Vuh

Das Popol Vuh beschreibt die Entstehung der Welt und die Götter der Quinche-Maya in Guatemala. Es wurde vom Dominikaner-Priester Fransisco Ximenez in lateinischer Schrift angefertigt. Vermutlich schrieb er es von einem älteren Dokument ab und ergänzte (christliche) Elemente.

Laut dem Poppl Vuh formten die Götter den ersten Mann aus Ton, aber er war weich und hatte keine Bewegung. Der nächste Mann war aus Holz geschnitzt, aber er hatte keine Seele. Beim letzten Versuch, Menschen zu erschaffen, verwendeten die Götter Mais. Dieser Mann aus Mais verehrte seine Schöpfer und dankte ihnen.

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Das Popol Vuh erzählt über die Entstehung der Welt aus Sicht der Quiche-Maya.

Cenoten und Höhlen in der Geschichte der Maya

Maya Geschichte: Cenoten und Höhlen

Maya Geschichte: Höhle mit Opfergaben der Maya

Die Cenoten in Yucatan und Höhlen waren heilige Orte für die antiken Maya. Sie waren der Eingang zur Unterwelt Xibalba. Herrscher über die Cenoten war der Regengott Chaac, der eine große Anzahl an Opfern forderte. Opfer konnten Weihrauch, Keramik, Jade und menschliche Überreste sein.

Für die antiken Maya waren Cenoten Eingänge in die Unterwelt Xibalba.

Keramik der Maya

Geschichte der Maya: Keramik

Geschichte der Maya: Keramik

Keramik haben die Maya schon relativ früh erfunden. Es war ein wichtiges Handelsgut und wurde im täglichen Leben sowie zu Zeremonien verwendet. Keramik ist oft reich verziert und mit Schriften versehen. Das gibt uns heute einen interessanten Einblick in das Leben der Maya.

Die Maya nutzten Keramik für alltägliche und zeremonielle Zwecke.

Die Kleidung der Maya

Geschichte der Maya: Federschmuck

Federschmuck (hier vom Aztekenherrscher Moctezuma)

Kleider von hochrangigen Leuten wurde aus Baumwolle hergestellt und reich dekoriert. Farben haben die Maya aus Samen, Blumen, Wurzeln und Früchten gewonnen. Besonders wichtige Leute hatten eindrucksvollen Federschmuck und Schmuck. Auch Kleidung mit Jaguar-Elementen standen für Macht und einen hohen Rang. Priester waren analog der Götter geschmückt, die sie repräsentierten.

Federschmuck und Jaguarelemente waren Zeichen für einen hohen Rang.

Schönheitsideale

Maya Geschichte: Verformter Schädel

Maya Geschichte: Verformter Schädel

Für ihre Schönheit mussten Maya einiges erdulden. Neu geborenen Kindern wurde mit Holzbrettern der Kopf abgebunden, damit der Schädel nach hinten wuchs. Das sollte optisch für eine lange Nase sorgen. Dieses Schönheitsideal lebte der Regengott Chaac vor mit seiner rüsselähnlichen Nase.

Auch schielen galt als schön. Dazu wurde ein Stein an einer Haarsträne befestigt, der bei kleinen Kindern vor den Augen hing. Da die Kinder dann immer auf diesen Stein schauten, überkreuzten sich die Augen mit der Zeit. Dieses Ritual wurde bei Maya Stämmen, die noch tief abseits der Zivilisation leben, lange praktiziert.

Ringe in Lippen, Nase und Ohren sowie Einlagen aus Jade und Steinen in den Zähnen gaben Männern ein gefährliches Aussehen. Auch wurden die Zähne spitz geschliffen. Vor kriegerischen Auseinandersetzungen und aus ästhetischen Gründen haben die alten Maya ihre Körper bemalt.

Lange Nasen, Schielen, geschliffene Zähne sowie Ringe durch Lippen, Nase und Ohren galten als schön.

Die Maya Mathematik

Maya Geschichte: Mathematik

Maya Geschichte: Die Zahlen von 1 -20

Das System der Maya Zahlen war so einfach wie genial zugleich. Sie brauchten nur drei Zeichen, um Zahlen auszudrücken. Es wurde in zwanziger Schritten gezählt, der Anzahl von Finger und Zehen. Ein Punkt repräsentiert die eins, zwei Punkte die zwei etc., die fünf ist ein Strich. Ein Strich mit einem Punkt steht für sechs, ein Punkt mit zwei Strichen für sieben.

Die antiken Maya waren eines der ersten Völker, die das Konzept der Zahl null kannten. Sie wird als Muschel abgebildet. Eine 20 ist daher eine Muschel mit einem Punkt, die 40 eine Muschel mit zwei Punkten etc.

Die antiken Maya hatten ein geniales Zählsystem, die Zahlen bestanden aus Punkten und Strichen.

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Die Maya Kalender

Maya Geschichte: Kalender

Maya Geschichte: Kalender

Die Maya glaubten daran, dass die Zeit zyklisch ist, also unendlich. Sie hatten ein System aus verschiedenen Kalendern, am bekanntesten sind drei Kalender.

Die Idee des Kalenders stammte ursprünglich von den Olmeken. Sie erfanden der sogenannte Tzolkin, ein Kalender mit 260 Tagen, der von den Maya zur Berechnung von Zeremonien und göttlichen Ereignissen verwendet wurde. Er besteht aus 13 Monaten zu zwanzig Tagen. Der Haab, der Sonnenkalender, hatte 365 Tage bzw. 18 Monaten mit jeweils 20 Tagen und einem Monat mit nur 5 Tagen (Uayeb). Er wurde zur Berechnung des täglichen Lebens und des Ackerbaus verwendet. The long count, die lange Zählung, steht für Jahreszahlen.

Die Maya hatten ein System aus verschiedenen Kalendern.

Zusammenfassung

  • Die antiken Maya blicken auf eine über zweitausendjährige Geschichte zurück
  • Sie waren in ihrem Wissen anderen Völkern weit überlegen
  • Die Maya hatten eine Vielzahl von Göttern, denen natürliche Kräfte zugeordnet waren
  • Die Geselschaft der Maya bestand aus einzelnen Stadt-Staaten, die gegenseitig konkurrierten
  • Die Maya hatten ein System von Kalendern, Zahlen, Schrift und Architektur
  • Leider sind heute nur noch wenige Maya Schriften erhalten
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Hallo, mein Name ist Birgit und ich schreibe über interessante Themen rund um den Mexiko Urlaub und das Reisen auf der Yucatan Halbinsel. Ich freue mich immer über Anregungen und Ideen zu neuen Beiträgen. Viel Spaß beim Lesen!!

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